Arbeiter und Gewerkschaftsbewegung

Es ist schade, dass die Bewegung in den Betrieben nur als Sammlung von tragischen Niederlagen daherkommt – womit sich der Zeitgeist der Spät-68er gut identifizieren kann. Die Streiks 1969 – an denen die Hütte beteiligt war – finden in der Ausstellung keinen Platz. Obwohl ein nicht geringer Teil der auch hier zitierten Protagonisten aus Politik und Gesellschaft die Streiks als Orientierungsmarke für die eigene – oft krude – Politikentwicklung nahmen. 69 auf der Hütte wurde zum bundesweiten Bezugspunkt für sozialpolitische Debatten. Und auch – mit anderen Bewegungen zusammen, Teil von Reformprozessen in den Gewerkschaften.
Ebenso wenig finden die „Lehrlingsbewegungen“ Platz, die in den frühen 70ern in Bremer Betrieben stattfanden und Teil von gewerkschaftlichem Umbruch wurden.
Das ist schade, wo doch ein nicht geringer Teil der politischen „Eliten“ Bremens auch durch und in diesen Entwicklungen sozialisiert wurden. Fehlen da die Zugänge oder der Blick über den Zaun?

Homosexualität

Wieso wird in der gesamten Ausstellung mit keinem Wort, Bild oder Beitrag erwähnt, dass das auch die Jahre der beginnenden Homosexuellenbewegung waren? Das Wort „Homosexualität“ kommt nirgens vor. Wenn es diese Bewegung nicht gegeben hätte, gäbe es heute keine gleichgeschlechtlichen Ehen.
Auch diese Bewegung war extrem wichtig für die Demokratisierung der Gesellschaft. Auch das gehört zum „Neu Anfang“.